Struppi und Tim

Waschtag! Erst mich, dann die Wäsche. Beides ist sauber geworden! Hab mich wieder mit Gebäck + Cafe Latte vor den Waschsalon gesetzt und mich unterhalten lassen. Mein heutiger Höhepunkt waren Struppi und Tim. So habe ich den Obdachlosen und sein kleines Hündchen getauft, an denen ich fast täglich vorbei laufe: Tim ist der Hund, Struppi sein Herrchen. Er hat herrlich lange, verfilzte Haare und ruft mir auch dann Nettigkeiten hinterher, wenn ich ihm nichts gebe, was meistens der Fall ist. Leider ist er meistens angetrunken, aber das macht ihn nicht depressiv oder aggressiv sondern äußerst redselig.

Als ich heute morgen an Struppi und Tim vorüberging, hat Struppi Tim gerade mit Fastfood gefüttert, ich glaube es war Chicken Curry. Kurz darauf kamen die beiden dann an „meinem“ Waschsalon vorbei. Auf dem Bürgersteig musste Tim mal – aber der Ärmste konnte nicht! Man sah an seiner Körperhaltung (gekrümmter Rücken, erhobenes Schwänzchen, siehe mein Artikel über brandenburgische Kühe) eindeutig, was ihn bewegte, aber er konnte einfach nicht, und so stand er da mitten auf dem Bürgersteig und es geschah minutenlang – nichts. Seit ich weiß, was er von seinem Herrchen zum Fressen bekommt, verstehe ich, was ihn quält: Verstopfung.

Beim Taubenfüttern…

Die Szene lockte Menschen an: Zwei mexikanische Jugendliche amüsierten sich prächtig und ein weiterer Obdachloser gab Struppi Ratschläge. Er sagte: „Du darfst ihm nicht zuschauen!“ Aber auch das Wegschauen brachte nichts. Tim konnte sein begonnenes Werk nicht vollenden. Obwohl torkelnd wusste sein Herrchen genau, was zu tun war: Er wischte Tim auf offener Straße ganz einfach den Hintern ab (und brachte das Ergebnis zum nächsten Müll!).

Meine Aprikosentasche machte mich danach irgendwie nicht mehr so an, ich zerfledderte sie und fütterte die Tauben, bis die ganze Aprikosenpampe aus den herausgerupften Löchern herausquoll. Alles in allem muss ich aber doch sagen: Wieder ein herausragender Waschtag!

Advertisements

4 Gedanken zu „Struppi und Tim

  1. Hallo Yvonne, ich habe mich schon des öfteren gefragt: will Yvonne eigentlich nach so vielen lustigen und einscheidenden Erlebnissen zurück in unser langweiliges Kiel? Also immer wenn ich Deine Berichte lese denke ich das. Sowas bekommt man hier nicht geboten, oder bekomme ich es nur nicht mit??
    Die Aprikosentasche hätte ich wohl auch an die Tauben verfüttert, aber vielleicht haben die dann bald Tims Problem?

    Viele liebe Grüße aus dem herbstlichen Kiel, noch keine Weihnachtsbeleuchtung in Sicht 🙂

    Gabi

  2. Den Markt-Kaffee in Kiel kann ich wirklich sehr empfehlen. Da rentiert es sich sogar, vom Bodensee nach Kiel zu kommen. – Vielleicht gibt es demnächst Markt-Kaffee in San Francisco?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s